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Futtertröge und Heuraufen für Pferde – Auswahl und Aufstellung

Futtertröge und Heuraufen für Pferde – Auswahl und Aufstellung

Geeignete Futtertröge und Heuraufen gehören zur Grundausstattung jeder Pferdehaltung – ob im Stall, auf der Weide oder im Offenstall. Wer die richtige Wahl trifft, fördert nicht nur die Tiergesundheit, sondern spart langfristig auch Zeit und Aufwand bei der täglichen Fütterung.


Warum ist das Thema wichtig?

Pferde sind von Natur aus Steppentiere, die in freier Wildbahn täglich viele Stunden mit der Nahrungsaufnahme verbringen. Entsprechend ist eine kontinuierliche Raufutterversorgung – also vor allem Heu und Gras – entscheidend für ihre Verdauungsgesundheit. Das Magengeschwürrisiko steigt erheblich, wenn Pferde länger als vier Stunden kein Raufutter zur Verfügung haben, da die Magensäure ohne Futteraufnahme ungebunden auf die Magenschleimhaut einwirkt.

Gleichzeitig beeinflusst die Qualität der Fütterungseinrichtung unmittelbar die Hygiene, die Verletzungsgefahr und das Sozialverhalten der Tiere. Schlecht konzipierte Futtertröge für Pferde führen zu Futterkonkurrenz, unnötigem Stress und im schlimmsten Fall zu Verletzungen. Eine durchdachte Auswahl und Aufstellung von Heuraufen und Futtertrögen ist daher keine Luxusfrage, sondern Bestandteil artgerechter Haltung.


Typen und Einsatzbereiche im Überblick

Futtertröge für Pferde: Varianten und Materialien

Futtertröge werden in der Pferdehaltung hauptsächlich zur Kraftfutter- und Ergänzungsfuttergabe eingesetzt. Das Angebot reicht von einfachen Kunststofftrögen über verzinkte Metalltröge bis hin zu stabilen Kunststoffwannen, die in Ecken oder an Wänden montiert werden können.

Bei der Materialwahl spielen Langlebigkeit und Reinigungsfreundlichkeit eine zentrale Rolle. Kunststofftröge sind leicht, günstig und lassen sich problemlos desinfizieren. Metallausführungen aus verzinktem Stahl sind stabiler, können jedoch bei Beschädigung scharfe Kanten entwickeln, die zur Verletzungsgefahr werden. Grundsätzlich gilt: Futtertröge für Pferde sollten keine vorstehenden Kanten oder Schrauben aufweisen und eng an der Wand sitzen, damit sich kein Pferd mit Hufen oder Kopf darin verfangen kann.

Für die Weide sind bodennahe oder bodenbündige Tröge üblich. Im Stall bewähren sich Wandtröge auf Schulterhöhe des Pferdes, da die Haltung des Kopfes in Fresshöhe die Kaumuskulatur und den Zahnabrieb positiv beeinflusst. Im Farmandoo-Sortiment Fütterung finden Sie eine breite Auswahl an Futtereinrichtungen für unterschiedliche Stallsituationen.

Heuraufen: Wandmontage, Bodenaufstellung und Futterring

Heuraufen sorgen dafür, dass Heu rationiert und sauber angeboten wird, ohne dass es auf dem Boden landet und verunreinigt wird. Je nach Aufstellungsort und Haltungsform kommen verschiedene Konstruktionen in Frage.

Heuraufen zur Wandmontage sind für Stallboxen und Offenställe weit verbreitet. Sie werden in Kopfhöhe oder leicht darunter befestigt, sodass das Pferd in einer natürlichen Fresshaltung fressen kann – also leicht nach unten, nicht über Schulterhöhe. Eine zu hohe Montage ist tierschutzrechtlich bedenklich und kann zu Augenproblemen durch herabfallende Heupartikel führen, wie Untersuchungen zur Pferdehaltung zeigen.

Bodenraufen und freistehende Modelle eignen sich besonders für Ausläufe und Gruppenboxen. Sie ermöglichen es mehreren Pferden gleichzeitig zu fressen und fördern eine entspanntere Futteraufnahme in der Herde.

Der Futterring für Pferde ist eine typische Weidelösung: Ein runder oder ovaler Metallrahmen, der eine Rundballe fixiert und mehreren Pferden gleichzeitig Zugang zum Heu bietet. Futterringe sind stabil, kosteneffizient und reduzieren Futterverluste erheblich. 

Aufstellung und Befestigung – worauf es ankommt

Die Aufstellungshöhe ist bei allen Fütterungseinrichtungen ein zentraler Parameter. Fachlich empfohlen wird eine Fresshöhe, die dem natürlichen Fressverhalten entspricht: leicht unterhalb der Schulterhöhe des Pferdes, möglichst bodennah. Insbesondere bei Heuraufen zur Wandmontage sollte die Unterkante der Raufe nicht höher als Widerristhöhe angebracht sein.

Im Gruppen- oder Offenstallbereich ist außerdem auf ausreichend Fressplätze zu achten. Als Richtwert gilt: Mindestens ein Fressplatz pro Tier, besser mehr, damit rangniedrigere Pferde nicht dauerhaft verdrängt werden. Fressplätze sollten so angeordnet sein, dass Pferde bei einem Konflikt ausweichen können – also keine Sackgassen oder engen Winkel.

Panel und Zubehör als Ergänzung

Panels für Pferde – also robuste Gitterelemente oder Trennwände – werden im Zusammenhang mit Fütterungseinrichtungen oft unterschätzt. Sie können dazu beitragen, Fütterungsbereiche zu strukturieren, ranghohe Tiere vom Kraftfutterbereich fernzuhalten oder Fressabstände zwischen Pferden zu schaffen. Gerade in Gruppenboxen oder Offenställen mit mehreren Pferden ist ein sinnvoller Einsatz von Trennpanels oft wirkungsvoller als reine Mengenbeschränkungen.

Für Tränkelösungen gilt ähnliches wie bei Futtertrögen: ausreichende Kapazität, leichte Reinigung und sichere Befestigung. Weiterführende Informationen dazu finden Sie im Sortiment Weidetränken.


Praktische Tipps für die Umsetzung

  1. Fresshöhe prüfen: Montieren Sie Heuraufen und Wandtröge immer auf oder leicht unterhalb der Widerristhöhe des kleinsten Pferdes im Bestand – nicht darüber.
  2. Fressplätze planen: Kalkulieren Sie mindestens einen Fressplatz pro Tier, besser einen zusätzlichen Puffer für rangbedingte Verdrängung.
  3. Scharfe Kanten vermeiden: Kontrollieren Sie neue und gebrauchte Einrichtungen regelmäßig auf Beschädigungen, besonders an Metallteilen.
  4. Heuraufen zur Wandmontage solide befestigen: Verwenden Sie ausreichend dimensionierte Dübel und Schrauben entsprechend der Wandkonstruktion (Beton, Holz, Mauerwerk).
  5. Hygiene regelmäßig sicherstellen: Leeren und reinigen Sie Futtertröge täglich, Raufen mindestens wöchentlich, um Schimmelbildung und Futterverschmutzung zu verhindern.
  6. Weidekombination bedenken: Stimmen Sie Heuraufen-Positionen auf der Weide mit dem Weidezaunkonzept ab. Mehr Hinweise dazu finden Sie im Beitrag Weidezaun für Pferde – Seil, Band, Pfähle richtig wählen.
  7. Wohlbefinden ergänzend fördern: Neben der Fütterung tragen auch Kratzmöglichkeiten zur Zufriedenheit von Weidepferden bei – lesen Sie dazu den Beitrag Kratzmöglichkeiten für Pferde: mehr Wohlbefinden auf der Weide.

Viereckraufen Sortiment

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Fazit

Futtertröge und Heuraufen sind keine Standardposten, die man einmal kauft und vergisst – sie beeinflussen täglich Gesundheit, Wohlbefinden und Sozialverhalten der Pferde. Eine sorgfältige Auswahl nach Material, Montageform und Einsatzbereich sowie eine konsequente Pflege und Kontrolle auf Verletzungsrisiken lohnen sich. Ob Futterring auf der Weide, Heuraufe zur Wandmontage in der Box oder stabiler Wandtrog im Offenstall: Entscheidend ist, dass die Einrichtung zum jeweiligen Haltungssystem und zur Pferdepopulation passt. Im Farmandoo-Sortiment Futtertisch finden Sie eine Auswahl geeigneter Produkte für verschiedene Anforderungen in der Pferdehaltung.


Quellen

  • Bayer, A. & Pirkelmann, H., Haltung von Pferden – Grundlagen und Empfehlungen für die Praxis, KTBL-Schrift, 2002
  • Zeitler-Feicht, M. H., Handbuch Pferdeverhalten – Ursache, Therapie und Prophylaxe von Problemverhalten, Ulmer Verlag, 3. Auflage, 2015
  • Bayer. Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL Bayern), Merkblatt Pferdehaltung – Anforderungen an Stall und Auslauf, 2019
Futtertröge und Heuraufen für Pferde – Auswahl und Aufstellung
Maxmilian Gebert July 22, 2026
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