Die perfekte Futterraufe für Pferde – So wählen Sie richtig
Eine gut gewählte Futterraufe ist weit mehr als ein praktisches Zubehör – sie beeinflusst Gesundheit, Fressverhalten und Wohlbefinden Ihrer Pferde direkt. Gerade im Hochsommer, wenn die Weiden oft wenig Aufwuchs bieten und Heu die wichtigste Raufutterquelle bleibt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen, welche Raufe wirklich zur Haltungsform und zu Ihren Tieren passt. In diesem Beitrag erhalten Sie fundiertes Praxiswissen – von der Anatomie des Fressens bis zur richtigen Produktwahl.
Warum die Wahl der Futterraufe entscheidend ist
Pferde sind physiologisch auf eine kontinuierliche Futteraufnahme ausgelegt. Ihr Magen produziert rund um die Uhr Magensäure – unabhängig davon, ob gerade Futter vorhanden ist oder nicht. Lange Fresspausen, wie sie bei schlechter Raufenplanung entstehen können, begünstigen deshalb Magengeschwüre, Kolik und Stereotypien wie das Koppen. Laut einer Studie der Universität Uppsala (Planck & Rundgren, 2008) sollten Pferde mindestens 16 Stunden täglich Zugang zu Raufutter haben, um arttypisches Verhalten und Magengesundheit sicherzustellen.
Gleichzeitig geht es beim Thema Raufe nicht nur um Gesundheit, sondern auch um Wirtschaftlichkeit. Heu, das auf dem Boden landet und mit Kot oder Urin in Kontakt kommt, ist verloren – und das summiert sich im Jahr schnell zu beträchtlichen Mengen. Futtersparende Raufen-Konzepte helfen, diesen Verlust deutlich zu reduzieren. Im Juli, wenn die Heuernte gerade abgeschlossen ist und die Vorräte für den Winter angelegt werden, ist ein bewusster Umgang mit Heu wirtschaftlich besonders sinnvoll.
Hinzu kommt die Verletzungsgefahr: Eine schlecht konstruierte Raufe mit scharfen Kanten, zu weiten Stababständen oder instabilem Stand kann für Pferde zur echten Gefahrenquelle werden. Die Investition in die richtige Futterraufe zahlt sich also mehrfach aus – für das Tier, den Geldbeutel und den Nerv des Tierhalters.
Raufen-Typen im Überblick: Was passt zu welcher Haltung?
Rundraufen: Die klassische Weidevariante
Rundraufen sind der Klassiker in der Pferdehaltung, besonders auf der Weide und in Offenställen mit mehreren Tieren. Sie ermöglichen es, dass mehrere Pferde gleichzeitig fressen – je nach Durchmesser sind 6 bis 15 Tiere gleichzeitig möglich. Das reduziert Konkurrenz und Stress unter Herdentieren erheblich. Wichtig ist dabei, genügend Fressplätze für alle Tiere bereitzustellen, damit rangniedere Pferde nicht dauerhaft verdrängt werden.
Entscheidend bei Rundraufen ist das Futterspar-Prinzip: Moderne Konstruktionen wie die Futterspar-Rundraufe 15 FP verfügen über spezielle Stababstände und Abdeckungen, die verhindern, dass Heu in großen Mengen herabfällt und auf dem Boden landet. Studien zeigen, dass einfache offene Rundraufen bis zu 57 % Heuverlust verursachen können – ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden (Martinson et al., 2012, University of Minnesota).
Heunetze: Flexibel, langsam, schonend
Heunetze sind in der modernen Pferdehaltung nicht mehr wegzudenken. Sie verlangsamen die Futteraufnahme auf natürliche Weise, verlängern die Fresszeit und sorgen dafür, dass Pferde auch über Nacht beschäftigt bleiben. Das kommt dem natürlichen Weideverhalten entgegen, bei dem Pferde bis zu 18 Stunden täglich mit Grasen verbringen.
Heunetze eignen sich sowohl für den Stall als auch für die Weide. Beim Kauf sollten Sie auf die Maschenweite achten: Kleine Maschen (3–4 cm) verlangsamen die Futteraufnahme stärker und sind besonders für Pferde geeignet, die zur Verfettung neigen oder wenig Bewegung haben. Größere Maschen (6–8 cm) sind praxistauglicher für Pferde mit höherem Energiebedarf. Robuste Materialien, UV-Stabilität und einfache Handhabung sind ebenfalls wichtige Kriterien – gerade im Sommer, wenn das Netz täglich gefüllt wird. Das Heunetz FlexiStrong ist beispielsweise auf besondere Strapazierfähigkeit ausgelegt.
Futtersparnetze für Rundraufen: Das Beste aus beiden Welten
Wer eine bestehende Rundraufe nachrüsten möchte, kann mit einem speziellen Futtersparnetz die Heuverluste deutlich senken, ohne die gesamte Raufe ersetzen zu müssen. Ein Futtersparnetz wird einfach über die Rundballen gespannt und hält das Heu zusammen, während die Pferde durch die Maschen fressen. Diese Lösung ist kostengünstig, flexibel und schnell umgesetzt – ein echter Praxistipp für Betriebe, die schrittweise optimieren möchten.
Wandraufen und Stallraufen: Die stationäre Lösung
In Boxenställen kommen häufig Wandraufen zum Einsatz, die fest montiert oder flexibel angebracht werden. Hier gilt: Die Fütterungshöhe ist entscheidend. Aus anatomischer Sicht sollte Heu möglichst auf Bodenniveau oder leicht erhöht angeboten werden – niemals zu hoch, da das Fressen mit erhobenem Kopf zu Staubinhalation und unnatürlicher Halsbelastung führt. Der Stallboden als Fressplatz ist jedoch ebenfalls hygienisch problematisch. Eine bodennah montierte Stallraufe mit geschlossenem Boden ist der Kompromiss, der Hygiene und Anatomie vereint.
Tröge als Ergänzung zur Raufe
Neben Heu benötigen Pferde je nach Haltungsform auch Kraftfutter oder Mineralfutter, das separat verabreicht wird. Flexible Tröge sind hier eine praktische Ergänzung, die sich leicht reinigen und verstauen lassen. Für die Weide besonders geeignet sind robuste, leichte Konstruktionen, die sich dem Untergrund anpassen. Der Flexible Trog FlexBag, 60 L bietet genug Volumen für größere Gruppen und lässt sich nach dem Einsatz platzsparend zusammenfalten – ein Vorteil, der im Weide-Alltag nicht zu unterschätzen ist.
Raufen im Herdenverband: Soziale Dynamik beachten
Eine häufig unterschätzte Dimension bei der Raufenwahl ist die Herdenstruktur. In einer Gruppe von Pferden gibt es immer eine soziale Rangordnung. Rangniedere Tiere werden an begehrten Fressplätzen verdrängt – mit Konsequenzen für ihre Versorgung und ihr Stresslevel. Als Faustregel gilt: Die Anzahl der gleichzeitig zugänglichen Fressplätze sollte die Herdengröße um mindestens eins übersteigen. Bei Rundraufen bedeutet das, im Zweifelsfall zwei Raufen aufzustellen oder auf ein Modell mit besonders vielen Fressplätzen zu setzen.
Praktische Tipps für den sicheren und futtersparenden Raufen-Einsatz
- Fressplätze großzügig kalkulieren: Planen Sie mindestens einen Fressplatz mehr ein als Pferde in der Gruppe sind. So werden rangniedere Tiere nicht dauerhaft ausgeschlossen.
- Positionierung auf ebenem Untergrund: Stellen Sie Raufen auf festen, möglichst trockenen Untergrund. Im Sommer sind weiche Sommerweiden oft problematisch – Raufen können einsinken und kippen. Stellen Sie Raufen auf Gitterroste oder befestigte Flächen.
- Regelmäßige Reinigung einplanen: Heu, das im unteren Bereich der Raufe liegen bleibt, fault schnell – besonders bei feucht-warmem Juliwetter. Reinigen Sie Raufen mindestens einmal wöchentlich gründlich.
- Scharfe Kanten prüfen: Kontrollieren Sie neue und gebrauchte Raufen regelmäßig auf Schweißnähte, abgebrochene Stäbe oder scharfe Kunststoffkanten. Gerade neugierige Jungpferde können sich hier verletzen.
- Fütterungshöhe anatomisch anpassen: Heu sollte auf einer Höhe angeboten werden, die dem natürlichen Weideverhalten entspricht – zwischen Bodennähe und Schulterhöhe. Zu hochmontierte Raufen belasten Halswirbelsäule und begünstigen Staubaspiration.
- Heuverluste messen und bewerten: Wiegen Sie das tägliche Heuangebot und den tatsächlichen Verzehr. Ein Verlust von mehr als 10 % ist ein klares Zeichen, dass Ihre aktuelle Raufe nachgerüstet oder ersetzt werden sollte.
- Standortwechsel auf der Weide: Stellen Sie Raufen regelmäßig um, damit der Boden darunter nicht dauerhaft verdichtet oder verschmutzt wird. Das schont den Rasen und verbessert die Hygiene.
Häufige Fragen zur Futterraufe für Pferde
Wie viele Fressplätze brauche ich für meine Herde?
Als Grundregel gilt: Fressplätze = Anzahl der Pferde + 1. In Gruppen mit deutlichen Rangunterschieden oder bekannt dominanten Tieren sollte die Zahl noch großzügiger ausfallen. Alternativ können zwei getrennte Raufen aufgestellt werden, um eine räumliche Entzerrung zu ermöglichen. Bei einer Herde von 8 Pferden wären also mindestens 9 gleichzeitig zugängliche Fressplätze ideal.
Welche Maschenweite ist beim Heunetz die richtige?
Das hängt von Ihrem Pferd und dem Ziel ab. Für Pferde mit erhöhtem Energiebedarf (Sportpferde, laktierende Stuten, wachsende Jungpferde) empfehlen sich Maschen von 6–8 cm, die eine zügigere Futteraufnahme ermöglichen. Für leichtfuttrige Ponys, ältere Pferde mit Stoffwechselproblemen oder Tiere, die zu EMS oder Cushing neigen, sind engmaschige Netze (3–4 cm) besser geeignet. Wichtig: Das Netz sollte nicht zu straff gespannt sein, damit die Pferde bequem fressen können.
Kann ich eine Rundraufe auch im Stall verwenden?
Grundsätzlich ja – allerdings sollten Sie die Platzverhältnisse und die Belüftung bedenken. Rundraufen brauchen ausreichend Freiraum ringsherum, damit Pferde sich nicht gegenseitig bedrängen und im Streitfall ausweichen können. Im Außenklimastall oder Paddock sind Rundraufen ideal. In herkömmlichen Boxenställen werden sie meist durch wandmontierte Stallraufen oder Heunetze ersetzt, die platzsparender sind.
Wie reduziere ich Heuverluste wirkungsvoll?
Der größte Hebel ist die Kombination aus einer geschlossenen Raufen-Konstruktion (kein durchfallender Heustaub) und einem Heunetz oder Futtersparnetz. Studien der University of Minnesota (Martinson et al., 2012) belegen, dass offene Raufen bis zu 57 % Verlust verursachen, während gut konzipierte Spar-Raufen den Verlust auf unter 5 % senken können. Ergänzend sollte die Raufe auf einem befestigten Untergrund stehen, damit herabgefallenes Heu nicht sofort mit Schlamm oder Kot in Kontakt kommt.
Ist eine Bodenfütterung mit Heu nicht gesünder als eine Raufe?
Die Bodenfütterung entspricht zwar am ehesten dem natürlichen Fressmuster des Pferdes, hat jedoch erhebliche hygienische Nachteile: Heu wird mit Urin und Kot kontaminiert, Staubanteile können beim Wühlen hochgewirbelt werden und auf weichem Untergrund entsteht schnell ein unhygienischer Matschfleck. Für Einzel- oder Kleingruppenhaltung auf sauberem, trockenem Untergrund kann die Bodenfütterung eine Ergänzung sein. Im Herdenverband auf der Weide ist eine gut konstruierte Raufe die hygienischere und ökonomischere Lösung.
Futterraufen bei Farmandoo
Fazit: Die richtige Futterraufe lohnt sich auf ganzer Linie
Die Wahl der richtigen Futterraufe für Pferde ist keine Detailfrage – sie beeinflusst Magengesundheit, Sozialverhalten, Futterverbrauch und täglichen Arbeitsaufwand maßgeblich. Ob Rundraufe für die Sommerherde auf der Weide, robustes Heunetz für die Einzelbox oder ein Futtersparnetz zur Nachrüstung: Jede Haltungssituation hat ihr optimales Konzept. Gerade jetzt im Juli, wenn die Heuernte frisch eingefahren ist und der Vorrat für den Winter steht, ist der richtige Zeitpunkt, Ihre Fütterungsinfrastruktur kritisch zu überprüfen und aufzurüsten.
Schauen Sie sich unser sortiertes Angebot an Futterraufen, Heunetzen und Zubehör an – und sparen Sie langfristig nicht nur Heu, sondern auch Tierarztkosten und Nerven. Ihre Tiere werden es Ihnen danken.
Quellen
- Planck, C. & Rundgren, M. (2008): The Colts' Guide to Horse Nutrition. Swedish University of Agricultural Sciences, Uppsala.
- Martinson, K., Moon, R., Larson, R. & Dorsch, M. (2012): The Effect of Hay Feeders on Hay Waste, Dry Matter Intake, and Body Weight of Horses. University of Minnesota Extension. Journal of Equine Veterinary Science, 32(10), 621–628.
- Nicol, C. J. (1999): Understanding Equine Stereotypies. Equine Veterinary Journal, Supplement 28, 20–25.
- Dugdale, A. H. A., Grove-White, D., Curtis, G. C., Harris, P. A. & Argo, C. M. (2011): Body condition scoring as a predictor of body fat in horses and ponies. The Veterinary Journal, 190(2), 311–318.
- Luthersson, N. & Nadeau, J. A. (2013): Equine Gastric Ulcer Syndrome. In: Equine Applied and Clinical Nutrition. Elsevier, Edinburgh.